Magdeburger Neurowissenschaftler leitet Arbeitsgruppe zur Digitalisierung und Telemedizin im neu gegründeten Deutschen Netzwerk für Gedächtnisambulanzen (DNG)

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Magdeburger Neurowissenschaftler leitet Arbeitsgruppe zur Digitalisierung und Telemedizin im neu gegründeten Deutschen Netzwerk für Gedächtnisambulanzen (DNG)

22.09.2020 -   

Die Versorgung von Alzheimer-Patienten in ganz Sachsen-Anhalt soll damit noch besser werden

Weltweit wird jeweils ab dem 21. September für eine Woche auf das Thema Demenz und auf die Situation Demenzkranker und ihrer Angehörigen aufmerksam gemacht. Aus diesem Anlass wurde das Deutsche Netzwerk für Gedächtnisambulanzen (DNG) gegründet (www.dga-netz.de). Die Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD) ist in dem Bereich der Neurowissenschaften ein national sowie international anerkannter Forschungsstandort. Die UMMD und der Magdeburger Standort des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) mit der gemeinsam betriebenen Gedächtnissprechstunde sind Teil dieses neuen Netzwerks. Das neu gegründete DNG soll vor allem den Transfer von Innovationen aus der Forschung schnell in die praktische Krankenversorgung bringen.

Prof. DüzelProf. Emrah Düzel, Direktor am Institut für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND) und Standortsprecher des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Magdeburg, koordiniert im DNG eine Arbeitsgruppe zur Digitalisierung und Telemedizin und erarbeitet Standards für die MRT Diagnostik. „Dieses Netzwerk erlaubt es, die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und Telemedizin zum Nutzen von Ärzt*innen und Patient*innen in der Versorgung zu evaluieren“, betont Prof. Düzel und fügt hinzu: „Davon erhoffen wir uns neue Impulse für ganz Sachsen-Anhalt zur Verbesserung der Versorgung der Alzheimer Erkrankung.“

Die Lebensqualität von Menschen mit Demenz hängt stark von einer raschen und präzisen Diagnostik ab. Durch den wissenschaftlichen Fortschritt, insbesondere im Bereich der Biomarker, haben sich gleichzeitig die Möglichkeiten der Früh- und Differenzialdiagnostik erheblich verbessert. Die Forschung zu neuen Therapien ist intensiv und die Hoffnung auf Durchbrüche bei der spezifischen Behandlung einzelner Demenzformen, wie der Alzheimer Krankheit, ist groß. Durch diese Perspektiven entstehen völlig neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen, z.B. im Bereich der Biomarker-basierten Früherkennung, Aufklärung und Präventionsberatung sowie zukünftig bei der Indikationsstellung und des Monitorings neuer Therapien.

Spezialisierte Gedächtnisambulanzen leisten dabei einen großen Beitrag. Sie sind die Expertenzentren für den direkten Transfer des wissenschaftlichen Fortschritts in die Praxis. Gedächtnisambulanzen sind seit Ende der 80er Jahre zunächst an Universitätskliniken und heute weit darüber hinaus etabliert.

Das neu gegründete DNG kümmert sich um die Weiterentwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards, die Durchführung hochwertiger Fort- und Weiterbildungen und den Ausbau lokaler Netzwerke von Gedächtnisambulanzen mit den Versorgern von Demenzerkrankten und Interessensvertretungen gegenüber Versorgungspartnern.

Bildunterschrift: Prof. Dr. Emrah Düzel, Foto: UMMD